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M_masterplan saalfelden

2015/05/06

mitarbeiter: di stavroula tsafou, tim fahrner, raffael schwärzler, di ibrahim el ghoubashy

MASTERPLAN STADTKERN – WIR GESTALTEN SAALFELDEN

mahore architekten wurde ausgewählt für die Salzburger Stadtgemeinde Saalfelden einen Masterplan für die zukünftige Entwicklung des Stadtkerns zu erarbeiten.

Entwickelt wird dieser im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesse gemeinsam mit SIR [Salzburger Institut für Raumordnung&Wohnen], CIMA [Beratung und Consulting], Gemeindevertretung, Stadtmarketing, Werbegemeinschaft und Tourismusverband.

Der Masterplan, aufbauend auf eine Bestandsanalyse des ca. 20 ha großen Kerngebietes, ist ein integrativer Gesamtplan. Er zeigt eine städtebauliche Vision mit dem Ziel gebietsübergreifend quantitative und qualitative Aussagen zur Stadtentwicklung zu machen und entsprechende Umsetzungsstrategien zu ermöglichen.

Weitere Informationen: http://saalfelden.at

STRATEGIEPLAN

 

GRUNDSÄTZLICHE MASSNAHMEN

A. Attraktivitätsknoten

Attraktivitätsknoten sind Knotenpunkte, an welchen Einrichtungen gruppiert werden und Hauptwege der Stadt zusammen oder vorbeiführen.

Bestehende und künftige Attraktivitätsknoten in Saalfelden. Entlang dieser Roten Verbindungen soll das zu Fuß gehen (Flanieren) und das langsame Radfahren gefördert werden.

 

B. Städtebauliche Grundsätze

Ein wichtiges Kriterium für die Qualität unserer Städte ist der Grundsatz Entwicklungen bewusst zu gestalten. Maßnahmen hierzu sind die Definition von Vierteln und Zentren vernetzt mit entsprechenden Achsen, Richtungen und Knotenpunkten bzw. Plätzen.

Multifunktionalität – Stadt mit Mehrwert für Jung und Alt

Das Prinzip der Multifunktionalität unterstützt die Stadt der kurzen Wege und schafft Mehrwert für Jung und Alt durch folgende Kernpunkte:
− Vorrang Innenstadt vor Peripherie
− Förderung der Nutzungsmischung
− Konzentration der räumlichen Entwicklung der Innenstadt und deren Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr

Lückenschluss

Das Stadtleben profitiert von der Schaffung neuer Attraktivitätsknoten in Abstimmung mit bestehenden Punkten und der Vernetzung untereinander. Der Masterplan sieht nun die Gestaltung von neuralgischen Punkten vor, welche bis heute fehlende Bindeglieder einer durchgängigen „Flaniermeile“ sind. Der Florianiplatz ist nicht nur zentraler Verteiler aller Richtungen aus dem bzw. ins Zentrum, sondern stellt auch die wesentliche Verbindung zwischen Rathausplatz und oberem Markt (Fußgängerzone) her. Um durchgängigen, attraktiven öffentlichen Raum zu schaffen, hat die Gestaltung dieser fehlenden Lücken oberste Priorität.

Zusammenhang zwischen Leerstand und fehlenden attraktiven Verbindungen zwischen den Attraktivitätsknoten.
– Rot = Leerstehende EG Zonen
– Schwarze Linie = Gestaltete bzw. attraktive Wege
– Rote Linie = unattraktive Wege bzw. fehlende Verbindung


Ensemblewirkung / Identifikation öffentlicher Raum

Menschen streben nach räumlichen Identifikationseinheiten, zu welchen sie gehören. Diese können im städtischen Raum vor allem durch geschlossene Bebauung erzielt werden – dadurch entsteht Stadt. Öffentlicher Raum in der Stadt lebt von qualitativen Aufenthaltsbereichen ohne Konsumzwang. Standortspezifische und ortsbildprägende Eigenschaften wie (z.B. Einheitliche Öffnungen in Fassaden etc.) unterstützen das Ensemble wobei eine vertikale Gliederung der einzelnen Gebäude die Wirkung unter Berücksichtigung des lokalen Umfeldes verstärkt.

Darstellung der geschlossenen Bebauungsstrukturen (Häuser sind aneinandergereiht bzw. in kompakter Stellung zueinander) und den off enen Strukturen, wo der öff entliche Raum verloren geht.
 

Die Charakteristik wird fortgeführt. Ensembles entstehen, und die Stadt wird kontinuierlich weitergebaut.
 

Dichtemodell / Bauhöhen

Die Definition von Dichte ist ein wirksames Planungsinstrument, um innerstädtische Reserveflächen und Potenziale zu erkennen und gezielt zu aktivieren. Grundsätzlich sollen homogene Dichteübergänge geschaffen werden. Eine willkürliche Verteilung von örtlichen Dichten verunklärt die Identität und zeigt sich für ein Chaos im Stadtmuster verantwortlich. Durch langfristige Planung unter Berücksichtigung der Dichtesteuerung entstehen klare Konfigurationen und homogene Übergänge in der Baustruktur. Dabei sollen Verdichtungsmaßnahmen mit einer sozialen, kulturellen und ökologischen Aufwertung der Umgebung gekoppelt werden.

Dichteplan der bestehenden Stadtstruktur, je dunkler desto höher sind die Gebäude
 

Nutzungsmischung

Attraktiver Stadtraum entwickelt sich durch „Mischungen“ auf unterschiedlichen Ebenen. Dabei sind unter Mischung nicht nur unterschiedliche Nutzungen zu verstehen. Auch soziale Komponenten (Altersgruppen, soziale Schichten) und verschiedene Größeneinheiten von Geschäften, Parzellen oder Wohneinheiten sorgen für städtische Vielfalt. Diese Unterschiedlichkeit des öffentlichen Raumes garantiert kurze Wege und ist somit ein primärer Indikator für Nachhaltigkeit und Attraktivität einer Innenstadt.

Nutzungsarten der Gebäude in der Innenstadt Saalfelden.  Stand Herbst 2014

Nutzungsmischung für städtische Vielfalt und Lebendigkeit. Nutzungsneutrale Erdgeschoßzonen erlauben unterschiedliche Funktionen.
 
 
 

Florianiplatz derzeit
 

Begegnungszone Florianiplatz in Saalfelden: Durch Reduzierung von KFZ – Stellplätzen wird der Weg vom Rathausplatz zur Fußgängerzone attraktiver. Der Obere Florianiplatz kann künftig als Gastgarten genutzt werden.
 

Oberer Kirchplatz: Derzeit dominiert der ruhende Verkehr
 

Oberer Kirchplatz mit Gastgarten und Obere Lofererstraße mit einer reduzierten Fahrbahnbreite von 4,7 Meter. Parken am „Gehsteig“
 

Kreuzung B164 und Mühlbachweg derzeit.
 

Flächiges Queren über die B164 im Bereich Rathausplatz, der Zebrastreifen wird entfernt, dafür ein Übertrittsstreifen markiert.

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