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visual dystopia

2007/01/30

 

KONZEPT

in baudrillards denken treten zeichenwelten an die stelle konkreter realität, und zwar zeichenwelten oder simulationen, die über keinen referenten mehr ver­fügen, die nichts mehr bezeichnen, sondern nur noch mit anderen simulationen interagieren, die also den zu­gang zur sinnlichen und unmittelbaren wahrnehmung der welt verschüttet haben.

die ersetzung der realität durch simulation ist für baudrillard keineswegs nur gedankenspiel und theorie, deren evidenz man sich jederzeit durch eine konkrete handlung entziehen könnte. selbst eine der letz­ten bastionen des realen, nämlich der krieg, gerät zum videoclip.

er findet auf bildschirmen oder elektronischen zielvor­richtungen statt und unterscheidet sich durch nichts von den computersimulationen der vernichtung in den spiel­hallen. sogar die realen opfer des krieges interpretieren diesen nur als spektakel.

krieg im allgemeinen, speziell der machtkampf im libanon führt zu einer noch stärkeren zeichenüberlagerung der realität/ räum¬lichkeit: gesellschaftliche idealvorstellungen projezieren sich auf städte, plätze und wände: gebäude werden zu zielen, deckungs möglich¬keiten signifikante gebäude werden zu zeichen der zerstörung. es kommt zu einer vielfachen und wechselnden überlagerung mit bedeutungen
die beschriebene stadien der realitätsverschiebungen, der simu¬lationen, der hyperrealitäten führen zu einer überbeanspruchung der räumlichkeit als transportmittel der zeichenhaftigkeiten. es kommt sozusagen zur überbeanspruchung des materials. durch das übermass an hyperrealität bricht die realität im pysischen wie psychischen sinn auf. das systen kippt, es befreit sich von den zeichenhaftigkeiten und man ist umgeben von inhaltslosen stru¬kuten, leeren formen räumlichen löchern urbanen gewebes.
durch das plötzliche kippen des systems ist der prozess der räumlichen wahrnehmung gestört. es fehlen die gewöhnten über¬lagerungen, simulationen der realität an denen man sich orien¬tiert. bekannte strukturen mit bekannten bedeutungen fehlen man ist umgeben von löchern der realität, durch die es nicht mehr möglich ist sich selbst im system zu positionieren.
diese prozesse können unter begriffen wie wahnvorstellungen, paranoia, psychosen zusammengefasst werden. ziel meiner ar¬beit ist es diese räume der psychosen, paranoia darzustellen. the visual dystopia…

 

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